4 y ago in Quotes
Every revolution evaporates and leaves behind only the slime of a new bureaucracy.
 5 y ago in Quotes
The easy possibility to write letters must - seen theoretically - have brought a terrible disruption of the souls into the world. It is communication with ghosts, and not just with the ghost of the receiver, but with one's own ghost as well, which develops under the hand in the letter one is writing, or even in a series of letters, where on letter substantiates the other and can call on it as witness. How could the idea come up that humans can communicate with each other through letters! One can think of a person that is far away, or touch a person that is close by, everything else is above the power of humans. But writing letters means to bare oneself in front of the ghosts, which they are greedily waiting for. Written kisses don't arrive at their place, but get drunk out by the ghosts on the way. Because of this plentiful food they multiply so outrageously. Humanity is feeling that and fighting against it, it has, to disable the ghostly between humans, and to achieve the natural communication, the peace of souls, invented the train, the car, the airplane, but it's too late, apparently they are inventions made while falling, the opponent is so much calmer and stronger, and invented after mail the telegraph, the telephone, wireless telegraphy. The ghosts won't starve, but we will perish.
letter to Milena Jesenská (March 1922)
 5 y ago in Zitate
Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis. Vielleicht ist keines da.
 6 y ago in Quotes
You can hold yourself back from the sufferings of the world, that is something you are free to do and it accords with your nature, but perhaps this very holding back is the one suffering you could avoid.
 6 y ago in Quotes
When you stand before me and look at me, what do you know of the pain in me, and what I do I know of yours. And if I threw myself to the ground before you and cried and told you, what would you know more of me than of hell, if somebody told you that it is hot and terrible. For that reason alone we humans should should face each other so reverend, so thoughtful, so loving as if facing the gates of hell.
 6 y ago in Zitate
Einsiedelei ist widerlich, man lege seine Eier ehrlich vor aller Welt, die Sonne wird sie ausbrüten; man beiße lieber ins Leben statt in seine Zunge; man ehre den Maulwurf und seine Art, aber man mache ihn nicht zu seinem Heiligen.
Brief an Oskar Pollak, 6. September 1903
 6 y ago in Zitate
Nur dadurch, dass die Menschen alle Kräfte spannen und einander liebend helfen, erhalten sie sich in einer leidlichen Höhe über einer höllischen Tiefe, nach der sie wollen. Untereinander sind sie durch Seile verbunden, und bös ist es schon, wenn sich um einen die Seile lockern und er ein Stück tiefer sinkt als die andern in den leeren Raum, und gräßlich ist es, wenn die Seile um einen reißen und er jetzt fällt. Darum soll man sich an die andern halten. Ich habe die Vermutung, dass die Mädchen uns oben halten, weil sie so leicht sind, darum müssen wir die Mädchen lieb haben und darum sollen sie uns lieb haben.
Brief an Oskar Pollak, 20. Dezember 1903
 6 y ago in Zitate
Die leichte Möglichkeit des Briefeschreibens muß - bloß theoretisch angesehn - eine schreckliche Zerrüttung der Seelen in die Welt gebracht haben. Es ist ja ein Verkehr mit Gespenstern und zwar nicht nur mit dem Gespenst des Adressaten, sondern auch mit dem eigenen Gespenst, das sich einem unter der Hand in dem Brief, den man schreibt, entwickelt oder gar in einer Folge von Briefen, wo ein Brief den andern erhärtet und sich auf ihn als Zeugen berufen kann. Wie kam man nur auf den Gedanken, dass Menschen durch Briefe mit einander verkehren können! Man kann an einen fernen Menschen denken und man kann einen nahen Menschen fassen, alles andere geht über Menschenkraft. Briefe schreiben aber heißt, sich vor den Gespenstern entblößen, worauf sie gierig warten. Geschriebene Küsse kommen nicht an ihren Ort, sondern werden von den Gespenstern auf dem Wege ausgetrunken. Durch diese reichliche Nahrung vermehren sie sich ja so unerhört. Die Menschheit fühlt das und kämpft dagegen, sie hat, um möglichst das Gespenstische zwischen den Menschen auszuschalten, und den natürlichen Verkehr, den Frieden der Seelen zu erreichen, die Eisenbahn, das Auto, den Aeroplan erfunden, aber es hilft nichts mehr, es sind offenbar Erfindungen, die schon im Absturz gemacht werden, die Gegenseite ist soviel ruhiger und stärker, sie hat nach der Post den Telegraphen erfunden, das Telephon, die Funkentelegraphie. Die Geister werden nicht verhungern, aber wir werden zugrundegehn.
Brief an Milena Jesenská, März 1922
 6 y ago in Zitate
Er hat viele Richter, sie sind wie ein Heer von Vögeln, das in einem Baum sitzt. Ihre Stimmen gehen durcheinander, die Rang- und Zuständigkeitsfragen sind nicht zu entwirren, auch werden die Plätze fortwährend gewechselt. Einzelne erkennt man aber doch wieder heraus, zum Beispiel einen, welcher der Meinung ist, man müsse nur einmal zum Guten übergehn und sei schon gerettet ohne Rücksicht auf die Vergangenheit und sogar ohne Rücksicht auf die Zukunft. Eine Meinung, die offenbar zum Bösen verlocken muß, wenn nicht die Auslegung dieses Übergangs zum Guten sehr streng ist. Und das ist sie allerdings, dieser Richter hat noch nicht einen einzigen Fall als ihm zugehörig anerkannt. Wohl aber hat er eine Menge Kandidaten um sich herum, ein ewig plapperndes Volk, das ihm nachäfft. Die hören ihn immer...
"Er", 14. Januar 1920
 6 y ago in Quotes
He has the feeling that merely by being alive he is blocking his own way. From this sense of hindrance, in turn, he deduces the proof that he is alive.
"Aphorisms"