2 m ago in Music

Stiftzahntigerstyle {Löwenzahn}

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Stiftzahntigerstyle

ich
bin dir zu verbissen - du bist mir zu kool-aid - hab'
alles ausgespuckt was mir gegen die schnur geht du machst
schritt für schritt - scheinbar jeden shit mit erblindest
sehenden Auges - stocksteifer Zappelphillip
ständig diese Blicke so verkniffen werf' wohl Fragen auf
weil ich Kulissen- und Kostümlos einfach rumlauf' so ka-
putt sind schon so viele Menschen haben nix zu tun -
werdet ihr doch mal ihr selbst und lasst mich in Ruh'

weil ihr so vertrocknet seid neidet ihr mir mein Geleit von
Musen allem sonst so Gutem Einheit mit Raum und Zeit
- als ob das weniger wird - wenn man es teilt - schon meine
Lehrer ha'm das nicht gepeilt ich schätz' mal dass sie dich noch reiten
- sie ha'm dich nichts gelehrt außer's Lernen zu verwehr'n die
Neugier zu töten - dich vom Basteln abzutörn'n alles
Große kleinzulabern alles Kleine plattzuwalzen - Hut
ab vor den'n die trotz solcher Kollegen nicht altern -

doch zurück zu dir und deiner Furcht vor dir selbst deiner
Abhängigkeit - von Nulpen die du nicht in Frage stellst
- oh yeah die Freunde - oh yeah die Ehre
aw fucking yeah Toys und ihre Spielzeugwerte
einzeln und mit eig'nen Worten wie ein Fisch an Land vom reichen
Boss zum armen Lurch das Muster zieht sich wie ein rotes Band
- das Licht ist an doch es ist gar keiner da das Haus
rasselt mit den Schubladen täuscht nur andere Fassaden

- doch irgendwo im Keller - vielleicht im Garten
hast du dich versteckt um das Leben abzuwarten
- du solltest Herr deines eig'nen Seelenhauses sein
zieh' doch endlich ein außer dir - kann eh keiner rein
- jeder stirbt allein doch wo ist da das Problem -
wenn du wirklich du bist kannst du Einsamkeit nicht seh'n
alles ist alles und wir sind ein teil davon Lügen
Abstraktionen Ängste - beschränken deinen Horizont

  2 m ago in Music

Staub {Realtime Demo Wannabe Wannabe}

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Staub

Klebend an 'nem Staubkorn - schwimmend in Staub - werden
Seel'n geboren - in ein Labyrinth aus Staub gebaut -
lechz'nd nach Macht zerfetzen wir uns gegenseitig - kaum
ist was besetzt - macht's irgendjemand streitig - wir
kaufen laufend neuen Staub - überall ist Staub verstaut
- zerstäuben Staub betäuben - was Staub durchschaut - paten-
tier'n und verzier'n - schmieren und verschrauben wir mar-
schieren ungeniert - längst dressiert und verkauft lachen

rauh - labern laut - tausend Worte für Staub - rasend
auf Asphalt - brüll'n wir laut "wer hat den Staub geklaut?" - wir
bauen Sündenböcke auf - klettern rauf - springen ab -
falten und bemalen Staub - schmirgeln alles glatt - sind
niemals wirklich satt bloß alles haben und begraben -'s
letzte Hemd - taschenlos am Tag an dem wir starben -
grau sind alle Farben - grau ist Dein Gesicht - wenn Dein
Schatz inn'n und außen nur ein Staubhaufen ist -

morgens läuft die Glotze (Baby-, Kinder-, Menschensitter) -
strotzt vor Geprotze wir schau'n eh nicht hinter Glitter-Gitter
neueste News - über'n bescheuert'sten Stuß - breites
Grinsen blendend weiße Zähne und 'n teu'rer Kuss - man sagt
lautstark Du mußt - sonst bleibst Du zurück - winkt 'ne
Auswahl in den Bus der Fahrer ist total verrückt - wenn er
auf die Tube drückt - bleibt kein Auge trocken - der
Treibstoff sind die - die dann auf der Straße hocken

nachts - läuft die Glotze munter weiter (niemals läuft sie nicht)
strahlt ihre bunte Kotze heiter in die Unterschicht
glaub' ihr kein Wort - ganz egal was sie verspricht - sie re-
giert an Orten - an den'n der Durst - nie erlischt - mit ge-
knebeltem Gewissen und verbundenen Augen - liegt man
auf 'nem Ruhekissen halb versunken in 'nen Traum - zieh' den
Kopf aus dem Staub - schüttel' Deine Ohren aus - ent-
gifte Dein Gehirn weil Du es sicher noch brauchst -

Frieden Freiheit Wahrheit - wer weiß was das ist - klein-
liche Siege nicht schnell ist das Leben verschwitzt - genauso-
wenig nützen Mittelfinger oder Zwill'n - wie das
Licht in Pill'n - oder das Buch zum Film - all die
rosaroten Brill'n - zum Arbeiten und Chill'n -
rostfreie Rill'n in denen wir uns selber kill'n sag' mal
was is unser Ziel nur einfach alles und zu viel? - wann
macht uns das zufrieden? das klappt nichmal in der Theorie

viele Fahnen kreisen Wind der aus Turbinen weht - heiße
Luft verkauft sich gut an jene die den Preis nich' seh'n - für
was und für wen - die Zahlen höherdreh'n? - diese
Frage ist grundlegend wir sind weiter wenn wir das versteh'n -
Macht will mehr Macht es sind Smilies angesagt - da-
durch hat Konsumkraft Hi-Tech - in Schwung gebracht - man ent-
facht auch mal Feuer - verkauft teu'res Löschwasser - eine
Hand wäscht die and're aus dem Hahn strömen_die Massen - wir

bauen uns Soldaten die uns brauch'n um zu atmen -
blasen uns're Sprache auf - bis sie nix mehr sagt entfremden
uns immer weiter - bis wir dann erleichtert sind wenn
wir das Handtuch schmeißen - oder jemand es uns abnimmt -
Macht will mehr Macht es sind Smilies angesagt - da-
durch hat Konsumkraft Hi-Tech - in Schwung gebracht - man
schwatzt und lacht - während die ganze Welt zusammenkracht die
Dunkelheit ist tot es lebe - künstliche Nacht -

- auf einem Staubkorn - in 'nem Meer aus Staub -
leben lauter Seelen in 'nem Labyrinth aus Staub gebaut
- so geil auf Macht zerfressen wir uns gegenseitig - kaum
wird - was besessen - macht's irgendjemand streitig - wir
kaufen und wir sparen Staub - überall ist Staub verstaut
Kameras bewachen Staub damit ihn keiner klaut wir quäl'n
- mit Staub die Massen registrieren Staub in Kassen -
spalten zähl'n binden Staub probieren Staub zu fassen
Playtime3:39
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  2 m ago in Music

Immer Irgendwas {something about a sloopy having someone going loopy, I honestly have no idea what I sampled here}

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Immer Irgendwas

du
magst meine witze oder findest mich klug du
schätzt meine ehrlichkeit oder meinen mut aber
wenn dann das "aber" kommt hab' ich schon meinen Hut in deinem
Ratschlag komm' ich nicht vor es projezierst nur du - ent-
weder soll ich kuschen oder zwei Gesichter haben - nicht
"alles ernst nehm'n" auch mal debil drüber lachen 'n bißchen
krummer 'n bißchen kleiner ist ja wirklich gut gemeint - wie
dich gab es schon viele und auch dir sag' ich nein - ist

schön dass du mich gern hast doch mich kennst du nicht - sobald du
deinen horizont zu meinem knast machst - flennst du Gift -
- das mich nicht trifft - und das mich nicht rührt dass du nicht
siehst wie du mich würgst verdirbt die Lust - zum Diskutier'n
- der Freund der ich mir bin der solltest du dir sein statt mal zu
höhnen mal zu mauscheln und dann doch wieder zu schleim'n - statt
- normal zu sprechen soll ich deine Lücken decken soll dein
Alibi sein - dein kuschlig-hilfreiches Versteck

draußen verrecken - g'rade in dieser Sekunde - x
Menschen an nix und noch mehr geh'n vor die Hunde - so-
lange du nicht heißer glühst und kühler denkst als ich kannst du
dir 'ne Nummer ziehen doch erzähl'n kannst du mir nichts - die
feigen Massenmörder denen du die Zeit zuspielst - die
trauen sich ja auch nicht also weiß ich nicht was du willst
guck' den Hampelmännern zu buckel' oder lass' es sein doch
spuck' mir nicht - in den Bart und tu' als ob es schneit

[part 2]

wenn's schon nicht
deine Schuld ist dass dein Wille leider Wille nicht genug war um als
*ein* Mensch hervorzugeh'n aus dem Kindheitsblutbad
- was kann dann ich dafür - warum soll ich's leiden? in der
freien Wildbahn kann ich dich davon nicht heilen
- es bräuchte neun auf ein'n nicht ein'n auf neun - doch auch
9 Milliarden - können mich nicht beugen - was
Hänschen durchschaut brauchst du Hans nicht erzähl'n selbst dein
lautestes Lachen wirkt auch mich noch gequält -

du und deine Chefs Mittelfinger setzen sechs ich hab mit
acht schon gecheckt was du mit achtzig noch verdeckst - deine
ganze Crew fletscht ihre kleinen braunen Stummel ich seh'
eure Anpassung - nicht euren krausen Fummel jeder
Club ist gleich jeder Stamm - ist der selbe Scheiß - ein
Pakt von Idiot'n_die auch zusammen nichts reißen - doch sich
Ausreden liefern - Titel verleih'n habt ihr nur
das im Gehirn - passt schon nichts and'res mehr rein


wär' ich
weniger gewitzt wär' ich weniger charmant gäb' es
diesen Text nicht denn ich wär' längst überrannt

[wär' ich
statt wo ich sitz' in so manchem ander'n Land gäb' es
diesen Text nicht denn ich wär' längst an der Wand]

die
Welt trieft vor Spuren voll mit Fossilien - Ge-
schehnisse vertuscht damit dass es ja so viele sind
so wie ihr auch sagt was ihr tut tun doch alle dieses
nachgekaute denkfaule ewige Gelalle was
du Fortschritt nennst sind Esel die trotten nix als
Angst vor Schlägen und Hunger auf Karotten
Playtime5:47
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  2 m ago in Music

Das Gleiche in nochmal {Indian Ropeman}

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Das Gleiche in nochmal

der
Schlüssel ist nicht - zu entziffern was ihr macht - der
Schlüssel ist zu sehen was ihr - betulich lasst ihr
eiert herum weicht den Tatsachen aus - da ist
eigentlich alles recht in jedem nur nicht einem Haus zuhaus
- webt euch ein Netz - aus jeckem Geschwätz - Brust-
ton der Überzeugung unter'n Nägeln vorgekrätzt
Plastikemotion'n aus dem Schwimmen nie raus - spielt
für ein Publikum dass wie ihr - blöd aus der Wäsche schaut

doch 'ne Krähe pickt der ander'n keine Augen aus - ihr ver-
dreht sie wie ein scheues Pferd wenn man euch nicht glaubt
gackert dünn klebt zusamm'n schnüffelt an euch rum
alles nur nicht antworten auch als Bündel noch zu krumm
seht euch nicht nichtmal selbst - und seht schon gar nicht - wie
oft ich das geseh'n hab wie ich mir damit den Arsch wisch'
- was du g'rad' eben noch - so an mir mochtest ist das
selbe Stück wie das jetzt nichtmal nur damit verflochten

zeig' ich nebenbei - dass ich deinem Leim nicht aufsitz' -
glotzt du wie 'ne Kuh wenn's blitzt - sitzt es aus - Schotten dicht
- Sekunden später hast du dich gefangen - und fängst
sofort an zu lügen über das was g'rade eben war
- du hast nur Falschgeld und siehste mal echtes nennst du
das die Fälschung weil du einfach selber zu verrenkt bist
- und merkst nichtmal wie du dabei für mich stirbst denkst da
wächst Gras drüber - wie über 'ne Falltür

nö - is nicht putzig - ja dann flenn' doch als ich
noch freundlich war kam bei dir nur Häme hoch - jetzt
ist Schluß mit lustig und du drehst dein Gedruckse -
zur Hysterie hoch - mal kreischend mal glucksend
- es ist der selbe Scheiß und ich muß jetzt weiter
steht ihr mir Weg mach' ich Parkour auf euren Eiern
schneidet euch 'ne Scheibe ab wenn ihr den Schneid habt - oder
zieht euch 'ne Nummer - für'n Sankt Nimmerleinstag
  2 m ago in Music

Höhle der Blöden (Buh Bye)

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Höhle der Blöden

was an
dir versäumt wurde kannst du mir nicht aufdrücken vor den
Folgen deiner Kindheit sollte kein Kind zurückrücken
Rücksicht auf Täter - Vertrösten der Opfer - nor-
mal pathologisch - kein Rückgrat kein Kopf mehr
- blah blah - mal soft mal keifend unter'm
Strich nur Boten - Mißbrauch weiterreichend
zieh' dir'n Hut auf häng'n Anzug drunter füll' dein
Leben mit Ablenkung von all deinen Wunden

- doch blutest du mich an dann wäschst du das aus ich mach'
keinen Finger krumm - guck' dir zu und rede frei nach Schnauze
- kein Mitleid yeah wer sich nicht wehrt ist sich nichts wert von den
viel zu vielen gibt es jeden Scheißtag noch mehr
- nach unten tretend und nach oben Stiefel lutschend ich muß
das nur einmal seh'n schon bist du bei mir unten durchgerutscht
- ehrlich'n Seel'n bist du beschwerlich du quälst die sind zu
gut um dich zu fressen ich knurr' hungrig und zähl'

ein Blick drückt Abstand aus eine Kluft dir schwindelt
zwei Sekunden später fantasierst du schon - Gesindel wo du
nichts weißt fühlst hörst siehst du nichts du lallst rein
machst dabei noch Kinder oder laberst vom Verknalltsein - für's harm-
lose Halbwissen gehört dir in den Hals geschiss'n für's nicht
wirklich böse nur nicht gut sein der Kopf nochmal abgerissen
- du nennst das dissen nennst auch Heuchelei Respekt nutzt be-
schissene Mittel - zu 'nem beschissenen Zweck - dich

nicht anzupissen hieße denen auf dem Nacken steh'n die
nicht mehr sprechen könn'n weil du zu feige bist zu seh'n - also
rühr' mich ruhig an - wenn dich Finger langweilen halte
meinen Mund ich lass' die Hand und beiße dich in tausend Teile
- deine Hausaufga'm - hab' nicht ich dir aufgetragen
kotzt du mir in's Mäppchen darfst du keinen meiner Stifte haben
fair is' fair - wir nähern uns dem Ende dieser Durchsage
- heut' ist nicht alle Tage keine fucking Frage
Playtime2:21
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  2 m ago in Music

Der Zirkus (Ugh Bleh 3)

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Der Zirkus

be-
kannte Gesichter besorgt oder schleimig zier'n
den Polittalk machen Zuschauer heimisch
während Industriepuppen träge rumrutschen
- und man aus Krieg - ein kleines Spiel pfuscht
- da freuen sich die Quoten - da kriegt der Moderator
Flügel - reicht rüber zu den Rührern des Übels - die ge-
übt und wie üblich für die Übel passende Dübel ha'm da-
mit der Haken fest sitzt man mehr Löcher bohren kann

Karies und Baktus reden über Them'n - kannst
Umfragen beantworten - Fragen nicht wähl'n
Karies und Baktus ha'm verschiedene Farbschem'n 'nen
ganz ander'n Ansatz das gleiche Problem
Karies und Baktus kenn'n sich nur vom Seh'n haben
ihre abgefuckten Kindheiten - getrennt erlebt
Schläger und Vandalen ob links rechts schräg - sind das
tupfengleiche in klein statt 'n fernes Extrem

- extrem ist vor 'nem Land das Angriffskriege macht
immer noch kuschen - und Massen überwachen
- der gleiche Geist der verwahrlosten Leuten freundlich
Bartl's Most zeigen würde würde auch bedeuten Korrup-
tion, Machtmißbrauch, Position'n zu riskier'n -
also haltet ihr ihn klein wollt ihn halb nur zur Zierde
- du willst dich nicht erkälten willst auch nix anzieh'n - und
weil du so'n Depp bist soll'n wir alle mit draufgeh'n

- 'n bißchen ehrlich - nur nicht wirklich offen - 'n
bißchen Mitgefühl - aber bitte nur betroffen - 'n
bißchen gebildet - bloß kein'n Zusammenhang - 'n
bißchen Menschenkenntnis um zu wissen was man spielen kann
- 'n bißchen Mut um Gottes Willen kein Rückgrat
- 'n bißchen Hoffnung bitte warten keine Tat
- 'n bißchen Diskussion nix wirklich sagen 'n
bißchen was fragen - auf 'ner Antwort nicht beharr'n
  2 m ago in Zitate
Es ist möglicherweise der spektakulärste Moment des Widerstands des zwanzigsten Jahrhunderts, der mir einfällt.. die Tatsache, dass fünf kleine Kinder, im Rachen des Wolfes, wo es wirklich darauf ankam, die ungeheure Courage hatte, zu tun, was sie taten, ist spektakulär für mich. Ich weiß, dass die Welt besser ist, weil sie da waren, aber ich weiß nicht warum.
  2 m ago in Zitate
Ein Mittel, durch das sowohl die Spaltung des Selbst als auch Gewalttätigkeit in unserem Leben entstehen und erhalten werden, ist die Abstraktion. Teilweise ist es die Überschätzung der Intelligenz, die zur Glorifikation des abstrakten Denkens - abgetrennt von Leidenschaft, Enthusiasmus und Aufrichtigkeit — geführt hat. Søren Kierkegaard bemerkte 1846, daß wenn die Intelligenz dergestalt überschätzt wird, sie die Wirklichkeit in gleichsam stellvertretende Ideen hinein tramformiert (Kierkegaard, 1962). Diese Verwandlung führt dann dazu, daß Ideen, die von der Logik ihrer eigenen Verhältnisse her als Ideen bestimmt werden, dadurch eine Art höhere »Realität« beanspruchen, die sich von den wirklichen Vorgängen, denen sie entsprechen sollten, weit entfernen kann.

Auf diese Weise wird unser Leben durch eine Logik bestimmt, die wenig mit der Wirklichkeit der menschlichen Leidenschaft, des Enthusiasmus oder der Aufrichtigkeit zu tun hat. Deswegen schrieb Kierkegaard, daß solche abstrakten Vorgänge »die wirkliche Situation in unwirkliche Tricks und Realität in ein Spiel« verwandeln. Die Konsequenzen solcher Vorgänge zerstören unseren Geist und unsere Möglichkeiten als Menschen, gerade weil Abstraktion sich dafür eignet, Gefühle auszufiltern. Dadurch wird die Abstraktion selbst zum Mittel unserer Destruktivität und insbesondere Unserer verleugneten Destruktivität. Indem Ideen Vorgänge vertreten können, ohne die wirklichen Bedürfnisse und Beweggründe in Betracht zu ziehen, verlieren wir den Zugang zu ihnen, und unsere Sicht wird eine reduzierte und eingeschränkte, ohne daß wir uns dessen bewußt sein müssen. Aber eine reduzierte Wahrnehmung — sie mag zwar als wissenschaftlich gelten und dem Menschen kurzfristig Beherrschung und Erfolg bringen — muß unvermeidlich destruktiv auf das Leben wirken.

Einerseits ist es also die Abstraktion selbst, die zur Destruktivität führen kann; andererseits dient sie der Verleugnung jener Destruktivität, die sich unvermeidlich in jedem aufbaut und insbesondere dort, wo man von sich selbst und seinen Gefühlen getrennt ist. Esist ein bösartiger Kreislauf. Jemehr unser Denken von Abstraktionen erfüllt ist, desto weniger Zugang haben wir zur Realität unseres Gefühlslebens und zu seinen destruktiven Ausläufern. Zum Beispiel können wir uns dem »Fortschritt« widmen, ohne merken zu müssen, daß wir da dadurch die Umwelt oder andere Menschen zerstören können. Die Logik der Abstraktion erlaubt uns, unser persönliches Involviertsein von den jeweiligen Resultaten abzutrennen. Es ist alles für den »Fortschritt« oder für die »Sicherung« des Friedens etc. Die Abstraktion dient der Depersonalisation, der Entfremdung von peinlichen und schmerzhaften Gefühlen. Und indem die Gesellschaft solch einen Vorgang (wie den Fortschritt) als erstrebenswert erklärt und dadurch auch jeden, der diesbezüglich Fragen hat, suspekt macht — zum Verräter am Fortschritt — verbirgt die dahinter stehende Ideologie unser Gespalten-Sein. Dadurch wird aus der »Realität« ein boshaftes Spiel: Was dem Menschen wirklich angetan wird, zählt nicht.
"Der Verrat am Selbst"
  2 m ago in Zitate
Auch in der Tierforschung hat das Verneinen dieser Autonomietriebe zu verzerrten und falschen Ergebnissen geführt. 1967 zeigte der amerikanische Zoologe J. L. Kavanau in einer methodenkritischen Studie, daß experimentelle Situationen oft eher arrangiert werden, um vorgefaßte Ideen der Forscher zu bestätigen, als daß sie über die tatsächlichen Reaktionen der Versuchstiere (und ihren bedeutungsmäßigen Hintergrund) Aufschluß geben. Tiere zum Beispiel, die (aus Gründen der Anordnung) zum Zweck des Experimentierens in eine ihre Lebensbedingungen einschränkende Situation gezwungen werden, zeigen Reaktionen, die vom Beobachter als fehlerhaft eingestuft werden. Aus der Perspektive des Verhaltens der entsprechenden Tiere jedoch stellen diese »fehlerhaften« Verhaltensweisen bereichernde Variationen innerhalb ihrer für das Experiment einförmig gehaltenen Umgebung dar. Was für das Tier eine adaptive Reaktion gegenüber einschränkenden Lebensbedingungen ist, die zum Beispiel im Labyrinthlernen seinen Lebensbereich durch Abweichung und Anderung erweitern, ist für den Beobachter »fehlerhaftes« Verhalten, das über Lernprozesse oder biologische Bedürfnisse des Tieres Auskunft geben soll. Der Forscher muß ja das Verhalten des Tieres vom Standpunkt seines theoretischen Bezugsrahmens aus sehen, das Leben und die Lebendigkeit des Tieres als solche interessieren ihn nicht. Die »Fehler« des Tieres sind hier Artefakte einer mehr forscherspezifischen als tierspezifischen Versuchsanordnung. Was Kavanau illustriert und was die meisten Tierforscher ihrer eigenen Vorurteile wegen verneinen müssen, ist der unabweisbare Sachverhalt, daß im Leben Kräfte auftreten, die sich dem Auferlegen zwangsmäßiger Bedingungen entgegenstellen.

[..]

Triebe wurden als unveränderliche und im Grunde bösartige Instinkte angesehen, die nur durch den Sozialisierungsprozeß zurückgehalten werden können (A. Gruen und M. Hertzman, 1972). Nicht nur wurde die Anpassung an die gegebene Realität zum Ziel der Entwicklung, sondern das Pathologische wurde als ein Versagen verstanden, sich der Realität anzupassen. Die Validität dieser Realität wurde nicht in Frage gestellt. Die Schuld am Kranksein trug der Kranke selbst. Daß das Pathologische angesichts pseudo-sozialer Realitäten manchmal die einzige Art sein könnte, Autonomie überhaupt aufrechtzuerhalten, lag völlig außerhalb des Rahmens solch einer Denkweise.
"Der Verrat am Selbst"
  2 m ago in Zitate
Um die Welt empathisch zu erproben, muß es dem Säugling zunächst ermöglicht werden, sich der Umwelt nachhaltig zuzu wenden. Dies kann nur dann geschehen, wenn seine Beziehung zur stimulierenden Umwelt durch niedrige Intensitätswerte gekennzeichnet ist. T. C. Schneirla betont in einer langen Folge von Arbeiten, die in der zusammenfassenden Schrift "Eine evolutionäre und entwicklungsorientierte Theorie der biphasischen Prozesse, die dem Zuwendungs— und Vermeidungsverhalten zugrunde liegen" (1959), daß schon bei der Geburt eine primitive, zweigabelige organische Basis für spätere emotionelle Sinnesstimulation existiert. Niedrige (im relativen Sinn) Stimulusintensitäten lösen Reaktionen der Annäherung aus; hohe Stimulusintensitäten bewirken dagegen das Zurückziehen. Das Differential (Unterschied) im Schwellenreiz für die Muskeln, die diese Bewegungen steuern, wird damit zur Grundlage dieser Verhaltensmuster.

Was dadurch entsteht, ist eine Förderung der empathischen Vorgänge, vorausgesetzt, daß zwischen Säugling und Mutter Zuwendung existiert. Nur dadurch, daß die Mutter dem Kind entgegenkommt, ist die Zufuhr der niedrigen Stimulusintensitäten gesichert. Das ist es, was dem Kind nicht nur sein Leben erhält, sondern ihm auch die Basis für seine empathische Sinnesentwicklung gibt.

Dieses Entgegenkommen sichert dem Kind, daß es nicht von einem Übermaß an Stimulation überwältigt wird. J. L. Fuller (1967) zeigt zum Beispiel in seiner Arbeit über Reizverminderung, daß ein Lebewesen nichts lernen kann, wenn es ihm unmöglich wird, sich in einer Stimulussituation auf wichtige Bestandteile dieser Situation zu konzentrieren, indem es andere Elemente ignoriert.

Hier haben wir die wesentliche Substanz des Lernens des Eigenen. Damit es geschehen kann, ist eine Unterscheidung notwendig. Diese kann nicht zustandekommen, wenn die innere Reaktionsbereitschaft ihren entsprechenden auslösenden Stimulus nicht finden kann.

Eine Mutter, die ihr Kind intuitiv vor Reizüberflutung beschützt, legt in ihm den Grundstock, aus dem eigenen Selbst heraus lernen zu können. Wenn die Mutter dazu nicht in der Lage ist, wird sein Bewußtsein entweder von der Erfahrung der Hilflosigkeit beherrscht, die es zu einem Versager macht, oder das Gefühl des Ausgeliefertseins wird verdrängt und vom sich bildenden Selbst gespalten. Mit solch einer Lösung muß alles, was an die Situation erinnert, in der die Erfahrung der Hilflosigkeit gemacht Wurde (wie zum Beispiel die empathische Erfahrung des Kindes und damit sein Menschlichsein), ausgeschaltet werden. Auf diese Weise werden ganze Teile seines angehenden Seins vom Bewußtsein abgespalten. Um diese Spaltung dann aufrechtzuerhalten, muß Hilflosigkeit zum Objekt der Ablehnung und des Hasses werden. Sie ist es, die einen bedroht, und nicht die Situation, die sie verursacht hat. So rächt man sich dauernd an allem, was die eigene Hilflosigkeit hervorrufen könnte. Deswegen verachtet man Hilflosigkeit bei anderen. Dieses Verachten verbirgt die dahinter stehende eigene Angst und fördert zugleich die Haltung des Verachtens und die Notwendigkeit einer kompensierenden Ideologie der Macht und des Herrschens. Auf diese Weise treten die Opfer auf die Seite ihrer Unterdrücker, um neue Opfer zu finden: ein endloser Prozeß, durch den der Mensch verunmenschlicht wird.

Und so wird alles, was zu einem eigenen Ansatz zur Autonomie führen könnte, gehaßt. Der unablässige Drang nach Erfolg und Leistung tritt an die Stelle der Autonomie. Aber Autonomiebestrebungen werden nicht nur abgelehnt, weil sie solche Menschen an ihre eigene Unterwerfung erinnern könnten. Vielmehr ist es so, daß wirkliche Autonomie die Machtspiele entlarvt, an die man sich, um der Hilflosigkeit zu entkommen, angepaßt hat. Da wir alle bis zu einem gewissen Grad solchen Vorgängen unterworfen sind, ist das Resultateine allgemeine Tendenz zur Verunmenschlichung, auch wenn wir sie als solche gar nicht wollen.
"Der Verrat am Selbst"