12 m ago in Quotes
The rise of the natural sciences is credited with a demonstrable, ever-quickening increase in human knowledge and power; shortly before the modern age European mankind knew less than Archimedes in the third century B.C., while the first fifty years of our century have witnessed more important discoveries than all the centuries of recorded history together. Yet the same phenomenon is blamed with equal right for the hardly less demonstrable increase in human despair or the specifically modern nihilism which has spread to ever larger sections of the population, their most significant aspect perhaps being that they no longer spare the scientists themselves, whose well-founded optimism could still, in the nineteenth century, stand up against the equally justifiable pessimism of thinkers and poets. The modern astrophysical world view, which began with Galileo, and its challenge to the adequacy of the senses to reveal reality, have left us a universe of whose qualities we know no more than the way they affect our measuring instruments, and — in the words of Eddington — "the former have as much resemblance to the latter as a telephone number has to a subscriber." Instead of objective qualities, in other words, we find instruments, and instead of nature or the universe — in the words of Heisenberg — man encounters only himself.

[The German physicist Werner Heisenberg has expressed this thought in a number of recent publications. For instance: "Wenn man versucht, von der Situation in der modernen Naturwissenschaft ausgehend, sich zu den in Bewegung geratenen Fundamenten vorzutasten, so hat man den Eindruck, ... dass zum erstenmal im Laufe der Geschichte der Mensch auf dieser Erde nur noch sich selbst gegenübersteht ... , daß wir gewissermassen immer nur uns selbst begegnen" (Das Naturbild der heutigen Pkysik [1955], pp. 17-18). Heisenberg's point is that the observed object has no existence independent of the observing subject: "Durch die Art der Beobachtung wird entschieden, welche Züge der Natur bestimmt werden und welche wir durch unsere Beobachtungen verwischen" (Wandlungen in den Grundlagen der Naturwissenschaft [1949], p. 67).]
"Vita Activa"
  12 m ago in Zitate
Niemand wird den ungeheuren Zuwachs an Wissen und Mach leugnen, den die Entwicklung der Naturwissenschaften dem Menschen eingetragen hat; kurz vor dem Anbruch der Neuzeit wußte die europäische Menschheit weniger als Archimedes im dritten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, und die ersten fünfzig Jahre unseres Jahrunderts enthalten eine größere Anzahl entscheidender Entdeckungen als alle Jahrhunderte der uns bekannten Geschichte zusammengenommen. Aber wer wüßte nicht, daß man die gleiche Entwicklung mit kaum weniger Recht auch für das nachweisliche Anwachsen der Verzweiflung, für die Entzauberung der Welt, für die Entstehung des Nihilismus, der ein spezifisch neuzeitliches Phänomen ist, verantwortlich machen kann, daß diese einst esoterischen Phänomene sich immer breiterer Bevölkerungsschichten bemächtigt haben, und daß heute - vielleicht das bezeichnendste Symptom für die Unvermeidlichkeit dieser Begleiterscheinungen - auch die Forschung selbst, deren begründeter Optimismus sich noch im neunzehnten Jahrhundert so auffallend von dem nicht weniger gerechtfertigten Pessimismus der Denker und Dichter abhob, von ihnen nicht mehr verschont ist. Das Naturbild der modernen Physik, dessen Anfänge man bis auf Galileo zurückverfolgen kann und das dadurch entstand, daß das Vermögen des menschlichen Sinnesapparats, Wirklichkeit zu vermitteln, in Frage gestellt wurde, zeigt uns schließlich ein Universum, von dem wir nicht mehr wissen, als daß es in bestimmter Weise unsere Meßinstrumente affiziert; und das, was wir von unseren Apparaten ablesen können, sagt über die wirklichen Eigenschaften, in dem Bilde Eddingtons, nicht mehr aus, als eine Telephonnummer von dem aussagt, der sich meldet, wenn wir sie wählen. Anstatt mit objektive Eigenschaften, mit anderen Worten, finden wir uns mit den von uns selbst erbauten Apparaten konfrontiert, und anstatt der Natur oder dem Universum begegnen "wir gewissermaßen immer nur uns selbst".
"Vita Activa"
  1 y ago in Stuff

\O/

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  1 y ago in Krempel
by Hans Söllner
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  1 y ago in Blog
What thoughts and ideals would you hold on to (if only in your own mind) against the apathy or even antagonism of any amount of people because you cannot deny them for good, even if you wanted to? If there are none, is that because there really are no such things for you, or because you haven't dived deep enough to find rock bottom?