6 hr ago in Zitate
Die – von den meisten nicht intendierten, aber sich häufenden – Schulterschlüsse der „Antideutschen“ mit Rechten sind unweigerlich eine Konsequenz der inneren Logik ihrer Ideologie. Wer vorgibt, eine Wiederholung von Auschwitz durch neoimperialistische Machtentfaltung, Marktradikalismus, Kulturkampf, die Verherrlichung des Militärs der westlichen Welt und seiner Waffengewalt ausschließen zu können, hat Marx gegen Machiavelli eingetauscht. Wer Juden zwangszionisieren will und jene, die sich weigern, mit Kampfbegriffen wie „selbsthassende Juden“, „Antisemiten“ und „Verräter“ beleidigt, wird in den Armen von Daniela Weiss, Geert Wilders oder noch viel schlimmeren Gesellen aufwachen – wenn er aufwacht. Wer, wie die „Antideutschen“ es tun, den Antisemitismusbegriff bis zur Unkenntlichkeit inflationiert und damit der nach wie vor notwendigen Antisemitismuskritik ihrer Wirkmacht beraubt und die Opfergeschichte des jüdischen Kollektivs schamlos für die Legitimierung von Mord und Totschlag ausbeutet, hat auch nichts anderes verdient.
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Original dateMay 30th 2006, 21:11
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Original dateApril 23rd 2006, 11:30
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Original dateMay 9th 2011, 15:41
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Original dateDecember 20th 2007, 11:40
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Original dateNovember 17th 2007, 17:18
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Original dateAugust 24th 2008, 14:35
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Original dateApril 16th 2009, 14:29
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Original dateApril 19th 2009, 21:31
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Original dateAugust 18th 2007, 15:39
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Original dateFebruary 24th 2015, 17:21
  3 d ago in Zitate
Wir leben in einer kannibalischen Weltordnung, die sich durch zwei Dinge auszeichnet: eine unglaublichen Monopolisierung von politischer, ökonomischer und ideologischer Macht in den Händen weniger Oligarchen, die niemand kontrolliert, und enorme Ungleichheit unter den Menschen.
  5 d ago in Zitate
Kind, Kind, wenn du wüßtest! Sie erzählt von ihrer Hauswirtschaft in Wernigerode, von ihren Hühnern, vom Kirscheneinmachen, ja die Kirschenernte war besonders gut, doch leider gab es nicht so viel Zucker, wie man gebraucht hätte. Aber man müsse sich behelfen, es sei eben Krieg.

"Ja, es ist immer noch Krieg", nicke ich mechanisch und betrachte ihr hübsches, von keiner Not berührtes Gesicht. Ursula, denke ich, dir geht es besser als den meisten Frauen. Du hast ein schönes Haus, du hast einen tüchtigen Mann. Und er braucht nicht in die Bluthölle. Er ist Ingenieur und darf daheim an zuverlässigen Maschinen stehen.

Ursula hat nach allen Himmelsrichtungen eine loyale Seele und seit ihrer Maidenzeit beim Arbeitsdienst einige hitlerianische Spritzflecken im Gemüt. Ach, ich habe mich jahrelang viel zuwenig um die gute Ursula gekümmert. Wenn ich das nur noch einmal nachholen dürfte! Sie ist wahrhaftig ein liebes Kind, und wenn sie jetzt denkt, wer im Gefängnis sitzt, der müsse doch unrecht haben, so habe ich sie eben nicht zum geistigen Widerstand gegen diese Zeit erzogen.
Gerhard Schultze-Pfaelzer
"Kampf um den Kopf" (1948), Seite 120
  5 d ago in Zitate
Schon steige ich auf springende Säulen der Vision. Ich sehe mich auf dem Lukendeckel des Panzers stehen. Um mich her wogt hungerndes, dürstendes, sehnendes Volk. Und tausend Hände recken sich zum verhüllten Himmel. Ich will mit ihnen sein, ich will die abertausend Hände drücken, bis sie wachsen, immer länger und länger, immer höher und höher, bis sie in den Himmel reichen und den Vorhang zerreißen. Da umfließt es uns in goldner Helle: Frieden, Freiheit!

Eben noch blind und taub vom Strahl und Donner des Krieges, umarmen wir uns mit Kinderträumen im Herzen. Brüder, die Pforte steht uns offen, die Pforte zur Heimkehr in den Geist und die Liebe!

Unter mir aber, im Bauch der Maschine, knattern nicht mehr tödliche Entzündungen, ich höre den friedlichen Hammerschlag des neuen Schaffens, es riecht schon nach Brot und nicht mehr nach Brand. Und aus dem grauen Erz der Panzerwände sprießen die Sonnenstrahlen und reifen zu gelben Ähren. Und in den Armen halte ich die ewige Geliebte der Menschen, die niemals alternde Frau, die Freiheit!

Alle Geister erwachen, die Liebe siegt! Ich will nicht sterben, es ist eine Lust zu leben, und wenn in meinem Leibe tausend Zangen zerren!

Nichts mehr von feiger Selbstzerstörung, ich gebe mir Befehl, ich gebe mir den unumstößlichen Befehl: Du lebst, und du wirst leben! Roland Freisler, ich spotte deiner, du blutiger Hanswurst! Hinab in deine Hölle!

In unsern Panzern fährt der neue Geist. Aus unsern Panzern flammt das lebendige Wort.
Gerhard Schultze-Pfaelzer
"Kampf um den Kopf" (1948), Seite 65
  5 d ago in Zitate
Übrigens ertappe ich mich in der Gefangenschaft immer häufiger beim Zitieren von Sprüchen und Versen aus dem Schatze der Kultur. Früher habe ich solchen Gedankenschmuck geflissentlich gemieden, sobald er in meinem Bewußtsein aufglänzte und sich zur kostenlosen Benutzung anbot. Lieber mühte ich mich um eigene Formung, auch wenn sie viel schwächlicher blieb. Aber jetzt in einsamer Drangsal beglückt mich das Bündnis mit allen großen Geistern, ich leihe mir gern die Hilfe der alten Authoritäten. Man ist nicht mehr einsam, wenn man sich von den Meistern bekräftigen läßt, daß uns das gleiche Erlebnis vereint.
Gerhard Schultze-Pfaelzer
"Kampf um den Kopf" (1948), Seite 61
  5 d ago in Zitate
"Aber ich bitte Sie um alles in der Welt, sind Sie Politiker oder Irrenarzt?" ruft der Anwalt hilflos. "Deutschland ist doch schließlich kein Irrenhaus!"

"Es ist ein Irrenhaus", entgegnete ich mit Bestimmtheit. "Sie merken das nur nicht mehr, weil Sie im Prinzip bereitwillig mitspielen und nur bei kleinen, persönlich erlebten Einzelheiten mit Vernunftkritik zu meckern wagen. Aber das geht nicht nur Ihnen so. Jede Massenpsychose vernichtet allmählich das normale Urteil."
Gerhard Schultze-Pfaelzer
"Kampf um den Kopf" (1948), Seite 52
  5 d ago in Zitate
Zerknüllte Fußgänger schauen einen Augenblick forschend der sausenden Plumpheit unserer "grünen Minna" nach; sie mögen wohl denken: was für eine geheime Fracht haben die Nazis da schon wieder geladen? Von beschädigten Heldenbrüsten blinkt das Parteiemaille, das bunte Tarnungspflaster für alles. Diese geduckten Parteimannen auf den verunstalteten Straßen scheinen verzweifelt zu fragen: Was werden die Nazis schon wieder machen? - obwohl sie selber seit zwölf Jahren Nazis sind.

Ja, ich beobachte scharf und schnell, weil ich monatelang nichts sah als die grauen Wände, auf denen nur die Wanzen spazieren liefen.
Gerhard Schultze-Pfaelzer
"Kampf um den Kopf" (1948), Seite 13
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